KILLING JOKE "Pylon"



 

Killing Joke - die Orchestrierung des jüngsten Gerichts



Keine Kompromisse, keine Gefangenen. Was da klingt wie eine Verfolgungsjagd auf postapokalyptischen Vehikeln durch Mad Max´s dystopische Wüste, ist KILLING JOKE´S Opener „Autonomous Zone“ auf deren neuen Album „Pylon“. Und damit sind wir schon beim Programm. Auf „Pylon“ geht auf jedem Song die Post ab und die Welt zumindest einmal unter. Ihr Sound ist brachial, KILLING JOKE sind bis auf die Zähne mit Strom und Riffs bewaffnet. Titel wie „New Cold War“ und „War On Freedom“ sind selbstredend. KILLING JOKE befinden sich auf Kriegspfad gegen die Welt und ihr Sein, „Pylon“ ist der Soundtrack dazu: Ein düsteres, rabiates Fanal dem Zeitgeist entrissen und vor des Hörers Füße gerotzt. Voll in die Kaldaunen. Auf dem Katafalk rasant dem Abgrund entgegen.



Jaz Coleman´s Gesang, psychedelisch und bedeutungsschwanger, spült dabei eines jeden Gehörgänge weich. Verführerisch räkeln sich seine Intonierungen um Synapsen und Membranen wie schwarze Katzen um Kaminkehrer am Freitag den 13. Man ergibt sich gern, denn Coleman´s Schmerz ist zuckersüß. Den akustischen Persilschein hat er wohl von Nosferatu höchstpersönlich; seine Stimme scheint einem faustischen Pakt entsprungen: Ein bisschen Industrie, ein bisschen Gotik, der Post Punk und seine Farbtöne bleiben dunkel; der Ton ist rau auf „Pylon“, denn dort ist Winter. Wenig überraschend, sind doch KILLING JOKE augenscheinlich der kalten Jahreszeit entsprungen. Quasi Weltschmerz zum Anhören. Also: warm anziehen, geht morgen die Welt zu Grunde - ins Armageddon nur mit dieser Platte! Das wird lustig!




Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2015
Label: Spinefarm Records


Tracklist Disc I:

1.1 Autonomous Zone
1.2 Dawn of the Hive
1.3 New Cold War
1.4 Euphoria
1.5 New Jerusalem
1.6 War on Freedom
1.7 Big Buzz
1.8 Delete
1.9 I Am the Virus
1.10 Into the Unknown

Tracklist Disc II:

2.1 Apotheosis
2.2 Plague
2.3 Star Spangled
2.4 Panopticon
2.5 Snakedance (Youth ‘Rattlesnake Dub’ Remix)


www.killingjoke.com

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ANDY TIMMONS pedal board rig rundown




Part II of our three-part series recorded with ANDY TIMMONS on 21 October 2015. In this video, Andy runs us through his pedal board's signal chain. Stand-by for the final episode with an interview with Andy answering readers' questions to be published in the forthcoming weeks. For further information, please see www.ibanez.de and www.andytimmons.com

CIRO MANNA „XY“






Es gibt ihn also doch noch, den Geheimtipp, die Überraschung, mit der man so und in dieser Form nicht gerechnet hätte.



„XY“ ist das erst zweite Album des italienischen Gitarristen CIRO MANNA. Ganze acht Jahre ist her, dass Mannas Debut „Feel 'N' Groove“ erschienen ist, welches vor allem in Italien und Australien reichlich Anklang fand. 

 

Zur Gitarre griff CIRO MANNA mit vierzehn Jahren.  Bereits drei Jahre später, im zarten Alter von 17 Jahren, spielte er bereits regelmäßig in italienischen Clubs, bevor er an der Università della Musica in Rom die Schulbank drückte, und sich dort seine akademischen Sporen verdiente.



Mit der italienischen Organisation "Fa Re Musica" hat er zahlreiche Clinics organisiert und war dabei mitverantwortlich, die Creme de la Creme der sechsaitigen Zunft nach Italien zu holen: Frank Gambale, Greg Koch, Steve Vai, oder Robben Ford, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Im Frühjahr 2015 ging das CIRO MANNA TRIO schließlich als Supportband von ANDY TIMMONS auf Tour.



Auf sechs Nummern des Albums hat sich Ciro die Unterstützung von Simon Phillips am Schlagzeug und Lelan Sklar am Bass gesichert. Fünf weitere Tracks wurden von seiner Triobesetzung - Antonio Muto am Schlagzeug, und Basser Marco Galiero - eingespielt.  Auch zwei Songs mit Gesang gibt es auf „XY“ zu vermelden, die in überaus ansprechender und kompetenter Weise von Illaria Palmieri („Fear & Fire“) und Patrix Duenas („Secret Potion“) eingesungen wurden. „XY“ bietet darüber hinaus auch noch Gastauftritte von ANDY TIMMONS, PAUL GILBERT, und GUTHRIE GOVAN. 



Musikalisch ist „XY“ allererste Sahne und bietet von cremigen Licks und einprägsamen Melodien („X1“) über Jazz-Rock Perlen („Just in Time“) so ziemlich alles, was das Gitarristenherz begehrt. Ob fetzige Shuffle Grooves („Bad Brakes“), straighte Rocker mit leichtem Funk Einschlag („Secret Potion“, „Wheels on Fire“), oder atmosphärische Delay-Klangkathedralen mit gefühlvollem Phrasing („XY“): CIRO MANNAs neues Album strotzt vor Energie, macht mächtig Laune und weckt von der ersten Note an Lust aufs Spielen. Was könnte es Schöneres geben?


Wow, was für ein Album. Kein Wunder, dass ANDY TIMMONS den Mann als Support verpflichtet hat. Handwerklich ist Manna ein absoluter Könner. Sein Spiel zeugt von einer beeindruckenden Präzision. Sein Ton ist sauber, auf den Punkt gebracht, dabei aber immer gefühlvoll und von glasklarer Prägnanz. Jeder, der von Manna noch nichts gehört hat, und dem oben genannte Saitenartisten vom Genre und Stil her zusagen, sollte sich schleunigst selbst ein Weihnachtsgeschenk machen. Könnte sein, dass man über die Feiertage wieder vermehrt in die Saiten wird greifen wollen ...

 



Erscheinungstermin: 24. Mai 2015
Label: Ciro Manna

Tracklist

1. X1
2. X2
3. X3
4. Fear & Fire
5. Mosaiko Rock
6. Drivin’ On
7. Bad Brakes
8. Secret Potion
9. XY
10. Wheels On Fire
11. Just In Time (Bonus Track)


www.ciromanna.com
https://www.facebook.com/pages/CIRO-MANNA/63551221596


Record of the week: SERGEANT STEEL's “Riders of the Worm”

 

 

 

SERGEANT STEEL’s new album “Riders of the Worm” evokes well treasured memories of the 1980ies and early 1990ies, when I was into the Rock and Hard Rock of AEROSMITH and RATT.


I can also hear the influence of BON JOVI, and you can tell that the band must have listened a lot to the late QUEEN. „Riders of the Worm“ is SERGEANT STEEL’s third album, and boasts epic moments (“Where My Heart Is”), awesome guitar solos on tracks such as “Happy Time” and “Only Good Girls”, as well as a wonderful ballad (“Promised Land”).  SERGEANT STELL show how well they feel at home in different genres and rhythms. Phil Vanderkill's performance reaches new levels, and is perfectly supported by Jack Power and Nodine Fambach’s stunning crystal clear guitar tracks. I also love the very distinguishable bass played by Ronny Rox, and Ben Bateman’s keyboard parts.


The new album  of the Austrian Hard Rock Band from Leonding, Upper Austria, has once again been produced by Michael Wagener (METALLICA, OZZY OSBOURNE, SKID ROW), and features a straight into your face sound. Besides that, “Silver Spoon” features Kane Roberts (ALICE COOPER), and “Young and Hungry” has been recorded with Mark Slaughter (SLAUGHTER, VINNIE VINCENT).


SERGEANT STEEL’s music is great for shows, great for parties, and for being on the road. Since I got a preview copy of the new album for a review, „Riders of the Worm“ has  been almost exclusively been played on my car’s CD drive while driving. I cannot help but smile when listening to the album, especially after having seen recently published videos, which made me laugh out loud - in the best possible sense, of course! One just has to listen to tracks like “Dirty Habbits” to know that these guys simply play great music and have fun and enjoy what they are doing!


I have seen SERGEANT STEEL several times live on stage, and every time it was sheer pleasure and fun. What is also important to me ist that each time I see them on stage they sound great and as if listening to the CD. Next time you see them live, expect no less – good rock music, and a great live show!



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Release date: 27 November 2015
Label: Boyz Tyme Records

Tracks :
01. Happy Time (Love On Demand)
02. Dirty Habits
03. Silver Spoon - feat. Kane Roberts
04. Where My Heart Is
05. Young And Hungry - feat. Mark Slaughter
06. Only Good Girls (Love A Rock ‘n’ Roll Boy)
07. Hot Widow
08. Mr. Right
09. Can’t Take My Hands
10. Rock ’n’ Roll Highway
11. Samsara
12. Promised Land
13. Trouble Maker

www.sergeant-steel.com

JOHN SCOFIELD „Past Present“




Sich dem Werk von JOHN SCOFIELD zu nähern, ohne sich in einer langen Folge nicht enden wollender Superlative zu ergehen, fällt schwer. Erst kürzlich gastierte Scofield mit seinem Quartett im Wiener Porgy & Bess, wo er einmal mehr einen fulminanten Auftritt hinlegte.



Für „Past Present“ hat der Meister sein Funk-Jazz-Quartett rund um Saxofonist Joe Lovano und Schlagzeuger Bill Stewart reaktiviert. Für den im Jahre 2008 verstorbenen Dennis Irwin hat indes Larry Grenadier die Tieftonparts übernommen. Wir erinnern uns: mit Lovano und Stewart hatte Scofield bereits in den 1990er Jahren drei Alben für Blue Note eingespielt: „Time On My Hands“ (1990), „Meant To Be“ (1991) und „What We Do“ (1993).



Einstudiert und eingespielt wurde „Past Present“ während drei Tagen im März dieses Jahres in den Carriage House Studios in Connecticut. Auf einigen Titeln der neuen Kompositionen, allen voran dem geschmeidig leichten „Mr Puffy“,  sowie „Enjoy The Future!“ und „Get Proud“ gedenkt Scofield seinem im Jahre 2013 an Krebs verstorbenen Sohn Evan. Dieser wurde 26 Jahre alt und war während seiner Krankheit in Scofields Haus einquartiert. Im Begleittext zur CD erfahren wir, dass „Mr Puffy“ Evans Spitzenname während dessen Chemotherapie war. Vor diesem Hintergrund kann man sich nur tief vor dem Künstler verbeugen, der uns mit „Past Present“ nicht nur ein musikalisches Geschenk, sondern auch durch die philosphisch-angehauchten und humorvollen Song-Titel, bei deren Namensgebung dessen Frau Susan - und eben Evan - einen nicht unbeträchtlichen Einfluss gehabt haben, zum Nachdenken anregt.


Seine Effektpedale hat Scofield für „Past Present“zu Hause gelassen. In der Instrumentierung aufs Wesentliche reduziert, bestechen vor allem wunderbar sanfte Tracks wie „Hangover“, das beschwingte „Chap Dance“, sowie das Chord-Melody Intro auf „Season Creep“. „Get Proud“ wiederum zeugt von Scofields Kunst dezent fetzige Riffs in traditionell jazzige Seitenstraßen abbiegen zu lassen. Meisterhaft.


Wie heißt es so schön in den Liner Notes zum neuen Album? Scofields Spiel ist einmal mehr unverkennbar, aber nie vorhersagbar. „Past Present“ markiert eine weitere Sternstunde im Schaffen dieses außergewöhnlichen Gitarristen. Wunderbar, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Scofield und seine Mitmusiker durch neun geniale Kompositionen spielen. „Past Present“ ist ein weiteres Highlight im Œuvre des 1951 geborenen Künstlers, und ein heißer Anwärter auf den Titel Platte des Jahres. Chapeau!

 



Erscheinungsdatum: 25. September 2015
Label: Impulse (France) (Universal Music)

Tracklist

1. Slinky
2. Chap Dance
3. Hangover
4. Museum
5. Season Creep
6. Get Proud
7. Enjoy The Future !
8. Mr. Puffy
9. Past Present

www.johnscofield.com