DAVIDE PANNOZZO „EP 2015“






DAVIDE PANNOZZO zählt in unserem südlichen Nachbarland zu „den“ JIMI HENDRIX Interpreten und besten Blues-Gitarristen schlechthin. Aufhorchen ließ Davide mit seinem im Jahr 2014 erschienen „A Portrait of Jimi Hendrix“. Von diesen Aufnahmen haben zwei Tracks - "You got me floating" und "Freedom" - ihren Weg in einer remasterten Form auf die EP gefunden. Die anderen vier Nummern wurden hingegen in Roms legendärem "Terminal 2" Studio in einem Take aufgenommen.



Bereits mit sechs Jahren griff Davide zur klassischen Gitarre. Seinen Abschluß machte er am Konservatorium Santa Cecilia in Rom. Im Jahr 2009 gewann er das Emergenza European Acoustic Festival in der Kategorie „Bester Akustikgitarrist“. 2010 heimste er schließlich noch den „Groove Master Award“ als bester italienischer Blues-Gitarrist ein. Aufgetreten ist Davide Pannozzo bereits mit GEORGE BENSON, STEVE JORDAN, WILL LEE, DAVID GARFIELD, CLIFFORD CARTER und vielen anderen mehr.



Davide zollt auf seinem jüngsten Tonträger nicht nur JIMI HENDRIX Tribut, sondern brilliert auch mit seinen Interpretationen von JOHN HIATTs  „Feels Like Rain“ und ELMORE JAMES' „It Hurts Me Too“. Dass Pannozzo auch komponieren kann, beweist er mit „Woman's Love“. Begleitet wird Davide übrigens von seinem jüngeren Bruder Simone am Schlagzeug und Lollo Summa am Bass.



Hendrix-Interpreten gibt es wie Sand am Meer. DAVIDE PANNOZZO hebt sich jedoch durch seine musikalische Kompetenz und sein meisterhaftes Phrasing weit von der Masse ab. Ihm gelingt dabei das seltene Kunststück, diesen Perlen klassischer Rockmusik eine ganz persönliche Note abzuringen. Es ist schon bewundernswert, wie präzise und feinfühlig er seiner Strat selbst die kleinsten Nuancen zu entlocken vermag. Wir ziehen daher anerkennend den Hut, und möchten auf diesem Wege Pannozzos Discographie in höchsten Tönen weiterempfehlen. Top!

 



Tracklist

1. You Got Me Floating
2. It Hurts Me Too
3. Feels Like Rain
4. If Six Was Nine
5. Woman's Love
6. Freedom

www.davidepannozzo.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

THE WINERY DOGS „Hot Streak“



Bevor das neue Jahr mit einer nicht unbeträchtlichen Anzahl an hochklassigen Veröffentlichungen richtig Fahrt aufnimmt, wollen wir an dieser Stelle eine Perle aus dem Jahr 2015 in wärmsten Tönen empfehlen. Die Rede ist vom zweiten Album der Musiker-Supergroup THE WINERY DOGS rund um Sänger und Gitarrist Ritchie Kotzen, Bassist Billy Sheehan und Schlagzeuger Mike Portnoy.


Gegründet im Jahre 2011 in Brooklyn konnte die Formation bereits mit ihrem 2013 erschienen Debut auf Anhieb überzeugen. Auf ihrem zweiten Album „Hot Streak“ sind die drei Stars nun endgültig zu einer richtigen Band verschmolzen - dass die Zusammenarbeit so fruchtbar ausfallen würde, davon war nicht zwingenderweise auszugehen gewesen.


„Ich habe das Gefühl, dass wir mit der Band auf ein neues Level gestiegen sind“, erklärt Richie Kotzen in der Pressemitteilung zum neuen Longplayer. Das können wir anstandslos so unterschreiben.



Auch dieses Mal bieten die WINERY DOGS massig gute Songs, die, wie nicht anders zu erwarten, in höchster Perfektion und teilweise fantastischen Unisono-Passagen umgesetzt wurden. So beispielsweise der Titelsong „Hot Streak“ mit seinem Hammer-Riff und seinem gediegenen Drumgroove. Wunderbar wie die Jungs auch starke Refrains schreiben können - „How Long“ oder „Oblivion“ beispielsweise. Die Burschen können aber auch anders und sich in sphärischen und nichtsdestotrotz radiotauglichen Klängen verlieren („Ghost Town“).


Hier stimmt die Chemie. Konnte bereits das Debut durch die Bank überzeugen, so legt „Hot Streak“ Zeugnis von einem fortgeschrittenen Reifeprozess als Band ab. Hoch anzurechnen ist den drei Virtuosen, dass immer die Songs und nicht die überragenden technischen Fähigkeiten der Musiker im Vordergrund stehen. „Hot Streak“ wird noch weit ins Jahr 2016 hinein strahlen, und auf unseren Plattentellern rotieren. Schon demnächst auf Tour auf europäischen Bühnen. Siehe dazu auch unser Toureintrag.

 




Erscheinungsdatum: 2. Oktober 2015
Label: earMUSIC (Edel)


1. Oblivion
2. Captain Love
3. Hot Streak
4. How Long
5. Empire
6. Fire
7. Ghost Town
8. The Bridge
9. War Machine
10. Spiral
11. Devil You Know
12. Think It Over
13. The Lamb
14. Solid Ground

www.thewinerydogs.com

 

 

 

SIMO "Let Love Show the Way"




Southern Rock on Steroids: Mit "Let Love Show the Way" läutet das Powertrio rund um Sänger und Gitarrist JD Simo das Jahr 2016 mit einem erdigen Retro-Rock Album ein. SIMO aus Nashville haben bereits mit ihrem selbstbetitelten Debut aus dem Jahre 2011 und einer 2015 erschienen EP auf sich aufmerksam gemacht. Erst kürzlich war die Formation als Vorband von WALTER TROUT in europäischen Clubs unterwegs. Nun liegt uns mit "Let Love Show the Way" das zweite Album der Band aus Tennessee vor.



Neben Mastermind und Vintage Guitar Freak JD Simo wird die Formation noch von Schlagzeuger Adam Abrashoff und dem Bassisten Elad Shaprio komplettiert.



Spontan und erfrischend, sich auch mal vor der Musik eines LENNY KRAVITZ verbeugend, verströmen SIMO ihren Southern Rock Weihrauch. Unwiderstehlich bahnt sich das Album mit dem Opener „Strange Blues“ und seinem DOORS Gedächtnisriff seinen Weg in die Gehörgänge, nur um dann mit deftigen Licks und richtig guten Songs nachzulegen.



Aufgenommen wurde "Let Love Show the Way" in den Hallen des „The Big House“ in Macon, Georgia, wo in den späten 60er und frühen 70er Jahren die Mitglieder der ALLMANN BROTHERS Band lebten, und das heute das Allman Brothers Band Museum beherbergt. Für die Aufnahmen zum Album wurden die Räumlichkeiten erstmals als Studio verwendet.


Der Pressemitteilung entnehmen wir, dass JD auf jedem Song DUANE ALLMANS legendäre 1957er Les Paul Gold Top spielt, die auch schon auf den ersten beiden Alben der ALLMANN BROTHERS BAND zu hören ist. Jener Gitarre also, die schon das unvergessliche Riff zu DEREK & THE DOMINOS "Layla" lieferte, und auf "Let Love Show the Way" für eine gehörige Portion mystischen Vintage-Zaubers sorgt. Siehe dazu auch JDs Vintage Corner.



Alle Tracks auf "Let Love Show The Way" wurden dem Vernehmen nach in nur einem Take aufgenommen. Sänger und Gitarrist JD Simo sagt dazu: „Wir leben und sterben für den Take. Wir bearbeiten nichts und wenn es doch einmal Overdubs gibt, sind sie minimal. Ich wollte einen unberührten und reinen Sound. Die Musik ist immer am harmonischsten, wenn eine Performance aufgenommen wurde. Das ist das, was wir lieben.“




Fans von Retro-Rockern wie den RIVAL SONS, BLUES PILLS oder GRAVEYARD dürfen frohlocken, und sich ein fetziges Southern Rock Album mit starker siebziger Jahre Schlagseite in die Sammlung stellen. Ob improvisierte Feedbackwolken („I'd Rather Die in Vain“), verrauchter Rock oder klassischer Rhythm 'n' Blues: SIMO bieten auf ihrem zweiten Longplayer pulsierende Musik, die mal stampfend, dann wieder bedächtig, so wie beispielsweise auf „Today I'm Here“, mächtig Stimmung macht. Ab 29. Jänner in den Läden. Erste Tourdaten gibt es auch schon (siehe Artikelende).

 




Erscheinungsdatum: 29. Januar 2016
Label: Mascot Label Group (rough trade)

1. Stranger Blues
2. Two Timin' Woman
3. Can't Say Her Name
4. I Lied
5. Please
6. Long May You Sail
7. I'll Always Be Around   
8. Becky's Last Occupation
9. I'd Rather Die in Vain
10. Today I'm Here
11.  Let Love Show The Way [Bonus Track]
12. Ain't Doin' Nothin' [Bonus Track]
13. Please Be With Me [Bonus Track]

http://www.simo.fm

Tourdaten 

3. April - Maroquinerie/Paris, France        
5. April - Basement/York, United Kingdom        
6. April - Greystones/Sheffield, United Kingdom        
7. April - Barfly/Camden, United Kingdom        
9. April - Paradiso Kleine Zaal/Amsterdam, Netherlands        
11. April - Little Devil/Tilburg, Netherlands        
14. April - Turock/Essen, Germany        
15. April - The Rock Café/Sankt Pauli, Germany        
17. April - Colos-Saal/Aschaffenburg, Germany

 

 

 

 

 

 

 

 

 

JANET FEDER “Thisclose”



 
Lieder wie Meditationen.


JANET FEDER´S feinmotorisches Getriebe „Thisclose“ ist eine filigrane Angelegenheit, eine klangliche Katharsis für Ohren und Seele. Die Gitarristin und Sängerin aus Boulder, Colorado, fungiert auf ihrem neuen Album als empathische Geschichtenerzählerin. Leise und experimentell präsentiert sich ihre Musik. Irgendwie wie unter Wasser, wie in Zeitlupe.

 

Ihre Kompositionen sind avantgardistische Meditationen mit Akustikgitarren von allerlei geheimnisvollen Geräuschen umgeben. Moll und Dur umarmen einander derweil in beidseitigem Einvernehmen.



Songs wie „You As Part Of A Whole“ könnten dabei genauso gut Geräuschkulissen im Museum für moderne Kunst, als auch Soundtrack für die Suche nach der inneren Mitte sein. So oder so, „Thisclose“ hat Substanz und Tiefe, bleibt immer kurzweilig, um nicht zu sagen gschmeidig,  besitzt Poesie und atmosphärische Dichte.

 

Wer im Zug sitzend gerne Landschaften wie Versatzstücke am Fenster vorbei ziehen sieht, sollte das mit „Thisclose“ machen, ein Album wie ein kontemplativer Ausflug. JANET FEDERs Liedgut sei jedem ans Herz gelegt, der sein Gemüt hin und wieder auf Urlaub schicken will. „Thisclose“ ist Jazz im Selbstverlag erschienen, wunderschön anzuhören. Einschalten – Abschalten.

 


Erscheinungsdatum: 15. Mai 2015
Label: Janet Feder

 Tracklist

1. Crows
2. Ticking Time Bomb
3. Happy Everyday, Me
4. No Apology
5. Happy Everyday, You
6. You As Part Of A Whole
7. Angles & Exits
8. She Sleeps With The Sky
9. T H I S C L O S E

http://janetfeder.com/
https://www.facebook.com/janetfeder/?fref=ts



LEE RITENOUR "A Twist of Rit"



40 Jahre ist es her, dass LEE RITENOUR sein erstes Soloalbum „First Course“ (erschienen 1976 auf Epic Records) aufgenommen hat. Nach den letzten beiden Ritenour-Meisterwerken „Rhythm Sessions“ (2012) und „6 String Theory“ (2010) hat sich der Großmeister des Smooth-Jazz auf "A Twist of Rit" neun seiner eigenen Kompositionen angenommen, und diesen einen modernen Anstrich verpasst.



Für die Neuauflage hat Ritenour weniger bekannte Stücke aus dem eingangs erwähnten Debut, sowie dem 1978 erschienen „Friendship“, „Rit, Vol.1“ (1981), und „Stolen Moments“ (1990) ausgewählt. Auch drei brandneue Songs wurden aufs Album gepackt.



Die Besetzungsliste an erstklassigen Mitmusikern ist lang: John Beasley, Dave Grusin und Patrice Rushen an den Keyboards; Ernie Watts am Saxofon; Melvin Lee Davis, Tom Kennedy am Bass; Paulinho Da Costa hat die Percussion übernommen. Neben dieser Kernbesetzung hören wir Dave Weckl, Ronald Bruner Jr. und Chris Coleman am Schlagzeug, sowie Bob Sheppard am Saxofon, Rashawn Ross am Flügehlhorn, Makoto Ozone am Klavier, sowie die Gitarristen Michael Thompson, Wah Wah Watson und David T. Walker.



Als wäre das nicht genug, hören wir auf der letzten Nummer des Albums Lee gemeinsam mit dem ungarischen Gitarristen Tony Pusztai - dem Gewinner des 2014 Six String Theory Wettbewerbs in der Kategorie „Gitarre“ - eine sehr intime Interpretation von “Waltz for Carmen” intonieren.



Der 1952 geborene Session- und Studiomusiker besticht auf "A Twist of Rit" mit seinem ausgesprochen geschmackvollen Ton, wobei Lee auch vor dem teilweise recht kräftigen Einsatz von Effekten nicht zurückscheut. Gefallen können insbesondere die neuen Songs, wie beispielsweise das sich sanft wiegende „Pearl“, oder die Groove-Explosion “W.O.R.K.n’ It“ mit dem grandiosen Dave Weckl am Schlagzeug.


"A Twist of Rit" klingt nach Beverly Hills und Sunset Boulevard, aber auch nach Fifth Avenue und Broadway.  Die Frischzellenkur hat den alten Ritenour Songs ausgesprochen gutgetan. Mal funky, dann wieder geschmeidig jazzig, manches Mal aber auch sanft klassisch angehaucht beschwören die Kompositionen - immer in feinstem Zwirn aus dem Jahre 2015 gewandet - den Sound der Siebziger und Achtziger. "A Twist of Rit" ist ein gelungenes Jubiläumsgeschenk von LEE RITENOUR an seine Fans. Allen anderen bietet das Album die Gelegenheit, sich den älteren Kompositionen dieses Gitarristen zu nähern. Kompliment!

 



Erscheinungsdatum: 17. Juli 2015
Label: Concord Records (Universal Music)

Tracklist

1.Wild Rice
2.Fatback
3.Ooh Yeah
4.Work'n It
5.A Little Bit Of This
6.Pearl
7.Twist Of Rit
8.Countdown
9.Soaring
10.Sweet Syncopation
11.Bullet Train
12.Waltz For Carmen

http://leeritenour.com