PINNICK GALES PRIDGEN


Wer kann sich noch an Mike Varney erinnern? Die Rede ist von dem Labelboss, der gewissermaßen fast im Alleingang für die Shredorgien der Achtziger Jahre verantwortlich war, und uns damals mit seinen Veröffentlichungen die Sechzehntel-Triolen Frickelinfusionen quasi im Wochenrhythmus intravenös verabreichte. Niemand geringerer als eben genannter hat bei der Formation des neuen Power Trios PINNICK GALES PRIDGEN seine Hände mit im Spiel gehabt. War es doch Varney, der bei King's X Basser Doug Pinnick (aka dUg) letztes Jahr einen Telefonanruf getätigt hat, und sich bei selbigem erkundigte, was er denn von einem Projekt mit Eric Gales and Schlagzeuger Thomas Pridgen (ex-MARS VOLTA) halten würde.

 

Bevor jetzt jemand bei dem Namen Varney erschauert und auf dem mentalen Absatz kehrt macht - es darf Entwarnung gegeben werden. Von Frickelorgien sind PINNICK GALES PRIDGEN weit entfernt. Gales’ HENDRIX Attitüde ist weitestgehend bekannt. Gemeinsam mit seinen beiden kongenialen Mitstreitern ergibt sich hier eine explosive Blues-Rock Mischung, die schon bei den ersten Durchläufen gewaltig zündet.  Der Gutteil der Nummern stammt aus Pinnicks Federn. Den Rest haben Gales und Varney beigesteuert. So geht zum Beispiel das Riff von „Angels and Aliens“ durch Mark und Bein. Überhaupt hat das Album einige amtliche Kracher an Bord, so wie etwa den Opener „Collateral Damage“, oder das groovige „Hate Crime“. Einzig die CREAM Interpretation von „Sunshine of Your Love“ will nicht so recht abheben. Aber auch hier sind die Geschmäcker verschieden. Mit „Black Jeans“ hat man auch eine Halbballade am Start, die vor Energie und Inbrunst nur so strotzt. Sehr gelungen auch „Für Jasmine“, eine Interpretation von BEETHOVENs „Für Elise“.


Nach Eric Gales‘ 2011er Hammeralbum „Transformation“, liefert dieser auf PINNICK GALES PRIGDEN einmal mehr einen Beweis seines Talents ab. Doug Pinnick hat erst kürzlich in einem Interview gesagt, dass es seit LIVING COLOUR eigentlich keine schwarze Rockband mehr gegeben hat. Bitte, dass wäre uns doch höchst willkommen! Das Debut des Trios – ob jetzt Nebenprojekt oder nicht – ist in jedem Fall wert, angetestet zu werden. Man wird sich wiederholt dabei ertappen, die Repeat Taste zu drücken.




Erscheinungsdatum: 1. März 2013
Label: Plastic Head (Soulfood)

 

Tracklist

1. Collateral Damage    
2. Angels and Aliens  
3. For Jasmine    
4. Hang On, Big Brother  
5. Wishing Well    
6. Hate Crime    
7. Lascivious  
8. Black Jeans    
9. Sunshine of Your Love
10. Been So High (The Only Place to Go Is Down)      
11. Me and You  
12. The Greatest Love  
13. Frightening


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